Handy
in den Bergen
Mehr als 90% aller alpinen Notfälle werden mittlerweile über Mobiltelefone
gemeldet. Dadurch wird in vielen Fällen die erforderliche Zeit für das
Eintreffen von Rettungsmannschaften deutlich verkürzt.
Worauf
ist beim Absetzen eines Notrufes zu achten?
Österreichweit ist der Alpinnotruf 140. International gibt es keine
einheitliche Regelung!
Alarmierung über Notrufe - Unterschiede 112 und
144/140
Bei Alpinunfällen in Österreich ist der Alpinnotruf (140 bzw. 144, siehe
oben) der Euro-Notrufnummer 112 vorzuziehen. Dieser wird als alpiner
Notfall erkannt und ohne Verzögerung an die erforderlichen Rettungsdienste
weitergeleitet.
Kann ich einen Notruf absetzen, wenn ich z.Bsp.
bei einem Wertkartenhandy kein Guthaben habe oder die SIM-Karte gesperrt
ist?
Ohne SIM-Karte bzw. Handyguthaben kann nur die Euro-Notrufnummer 112
gewählt werden! Dazu wird dann aber auch überhaupt keine SIM-Karte benötigt.
Generell ist aber eine gültige SIM-Karte vorteilhaft, da so eventuell
eine notwendige Peilung wesentlich einfacher durchgeführt werden kann.,
da das Handy z. Bsp. bei Bewusstlosigkeit des Wanderers immer noch durch
Passivrufe zum Senden gebracht werden kann und gegebenenfalls so auch
eine akustische Ortung durch die Klingeltöne ermöglicht wird. Nicht
nur aus diesem Grunde sollte ein Handy daher auch immer eingeschaltet
sein.
Was kann ich tun, wenn ich mit meinem Handy kein
Netz bekomme?
Gerät ausschalten, Akku abnehmen, SIM-Karte entfernen, Akku anstecken
und Gerät wieder in Betrieb nehmen. Somit versucht das Handy nacheinander
bei allen Netzen für den Notruf einzubuchen.
In diesem Falle ist nur die Euro-Notrufnummer 112 benutzbar. Rückrufe
durch die Rettungsleitstelle oder die Bergrettung für Rückfragen sind
nicht möglich.
Wohin werden Notrufe geleitet und wer meldet sich?
Die Notruf-Weiterleitung ist regional unterschiedlich. Generell werden
die Mobilfunksender so programmiert, dass einlangende Notrufe and die
für das Versorgungsgebiet zuständige Rettungsleitstelle weitergeleitet
werden. Im alpinen Gelände kann aber auch durch Überreichweiten entfernter
Mobilfunksender der Notruf dann auch an eine benachbarte Rettungsleitstelle
vermittelt werden. National sollte das kein großes Problem sein, in
Grenzgebieten bis 30 km Grenztiefe kann aber so ein Notruf dann auch
im Ausland ankommen.
Kann ich im Ausland einen Notruf mit meinem Handy
absetzen?
Wenn eine GSM-Versorgung gegeben ist und sich mein Handy in einem Netz
eingebucht hat, können alle Notrufe gewählt werden (vorausgesetzt wird,
dass es ein Roamingabkommen zwischen dem eigenen und dem fremden Mobilfunkbetreiber
gibt)! Der Euro-Notruf kann auch dann gewählt werden, wenn es kein Roamingabkommen
gibt und herkömmliches telefonieren nicht möglich ist.
Wo habe ich am ehesten Empfang, wenn ich in einem
Gebiet bin, das schlecht versorgt ist?
Die Mobilfunkversorgung ist abhängig von:
Funkstrecke (Entfernung zwischen Handy und Mobilfunkstation)
Witterungsverhältnissen (Nebel, Schnee oder Regen verschlechtern Empfang)
Hindernissen zwischen Handy und Mobilfunkstation
Aufgrund der physikalischen Eigenschaften von elektromagnetischen Wellen
kann grundsätzlich gesagt werden, dass die Versorgung im Bereich einer
Anhöhe eher gegeben ist als in Schluchten oder Töbeln.
Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit
ich einen Notruf absetzten kann?
Handy muss funktionstüchtig (eingeschalten und Akku geladen) und ein
GSM-Netz verfügbar sein! Da man nie wissen kann, wie lange eine Bergung
dauern wird, sollte das Handy voll geladen sein, damit notfalls auch
eine längere Zeit überbrückt werden kann. Um lange Manipulationszeiten
im Notfall zu vermeiden, sollte das Handy permanent eingeschalten sein.
Nicht immer ist der Alarmierende auch der Handybesitzer und daher nicht
mit dem Umgang vertraut.
Auf welche Fragen muss man sich vorbereiten, wenn
man einen Notruf tätigt?
Wer ruft an?
Was ist passiert?
Wo ist der Unfall passiert?
Wie viele Personen sind betroffen?
Wie ist der Alarmierende für Rückfragen
erreichbar? Rufnummer den Handys bereithalten!
Empfehlungen:
1) Achten Sie beim Kauf eines Handys darauf, dass es gute Sende- und
Empfangseigenschaften hat und der
Akku eine lange Betriebsdauer garantiert.
2) Erkundigen Sie sich im Vorfeld über regionale Notrufnummern und über
die jeweilige Netzabdeckung.
3) Eingeschaltetes Handy mit voll geladenem Akku mitführen. Bei Suche
in der Nacht in einer ruhigen
Umgebung sollte so eine akustische Ortung über mehrere hundert Meter
möglich sein (möglichst lautesten
Klingelton einschalten und jede Anrufumleitung löschen, damit auch die
Klingelzeit möglichst lange ist).
4) Beachten Sie, dass Mobilfunknetze nicht überall und immer funktionieren.
5) Wählen Sie einen Mobilfunknetzbetreiber, der eine optimale Netzversorgung
bietet.